Mit ‘Straßengedicht’ getaggte Beiträge

Sitzend sitz ich da
höre dem Rauschen des Kühlschrankes zu
(wenn keine Tastenanschläge zu hören sind)
aus irgendeiner Wohnung dringt Kinderlachen
verdammte Kinder
sie stören mich
aber auch andere
fröhliche Menschen
oder auch die die streiten

vielleicht mag ich einfach keine Menschen
so allgemein
egal ob Alter, Geschlecht, Enthie
totally Misanthrop
alles Wichser

vielleicht brauche ich aber auch nur ein bißchen Stille
die Stimmen aus dem Fernseher sind immerhin nicht echt
Synchronstimmen
hasst man dann die Figur oder den Sprecher
oder einfach nur die Stimme, weil sie gerade jetzt existiert?

Aber wieder: vielleicht brauche ich einfach Stille
so nach der Arbeit
nach dem Rauschen des Verkehrs
nach dem Radio

Autofahren ist lustig
man kann Menschen beschimpfen
die man nicht kennt
die man vermutliche nie kennenlernen wird
und wenn
kann es sein, dass man sie bereits wieder vergessen hat
mann kann sie wegen allem Hassen und Beschimpfen
die ganzen Hurenkinder draußen im Verkehr
Alte, Junge, Große, Kleine, Frauen, Männer, Schwarze, Weiße, Fette, Schlanke
die ganze Palette
alles nur Hurenkinder
und dann steigt man aus
schließt die Autotüre
und grüßt jemanden den man schon lange nicht getroffen hat
mit Freude
manchmal gehen einem die anderen nur temporär auf’m Oasch
die Wichser da draußen im Verkehr
dann steigt man aus
schließt die Autotüre hinter sich
und freut sich darauf nach Hause zu kommen
etwas zu essen und die Stimmen im Fernseher freiwillig und mit gottgleicher Macht
einfach ausschalten zu können wenn sie zu laut und zu durcheinander werden
und dann freut man sich auf den Schlaf
denn dort ist es still, bis zum nächsten Tag

Veröffentlicht: August 26, 2015 in Gedichte aus dem Hut
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Neben der Straße.
Das erste Bier.
Endlich essen.
Den ganzen Tag schon
dem leidigen Broterwerb nachgegangen.
Endlich essen.
Endlich Ruhe,
neben der abendlichen Rushhour.
Endlich Bier.
Frieden im Kopf –
ein Versuch.
Autos, so viele
Auto. Aber was
erwarte ich
neben der Straße sitzend
Am Tisch.
Bei Bier.
Kann mir ich überhaupt noch
essen. Kein Appetit.
Bin das Essen nich mehr gewohnt.
Essen macht müde.
Muss wach sein. Muss
endlich wieder schreiben…

An zwei Orten

Veröffentlicht: August 5, 2015 in Lyrik allgemein
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Am Fuße des Himalaya
saß ich und ich dachte
ich dachte etwas lustiges
und ich lachte

Und einmal saßen wir da
so auf der Straße
warteten auf den Bus
und wir redeten
und ein Mann ging vorbei
mit einer Frau
und er stolperte und ging weiter
und wir lachten

Rekonstruktion eines Gedichts

Veröffentlicht: Dezember 21, 2014 in Lyrik allgemein
Schlagwörter:, ,

Zwei Polizisten hielt-
en an und
fragten was ich denn
hier rauche.

Ich dachte: Camel
die Blauen, Natural
flavour, die
Leichten;

Camel, die
Blauen, Natural flavour,
die
Leichten;

Camel, die Blauen,
natural flavour,
die Leichten.

Ich wählte die
angebrachteste Version
aus und ant-
wortete den
Beiden mit Ehrlichkeit
worauf sie
bestätigt weiter-
fuhren.