Mit ‘Betrachtung’ getaggte Beiträge

Hotelzimmer

Veröffentlicht: Juni 2, 2016 in Gedichte aus dem Hut
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Das schönste im Leben:
sind Hotelzimmer
in Ländern deren Sprachen
man nicht versteht.
Man spricht: Ja (vielleicht)
(vielleicht) danke
(vielleicht) Guten Tag
oder wiederholt
was die anderen sagen
von dem man glaubt
es wäre ein Gruß
,aber ansonsten,
gibt es keine Verpflichtungen.
Scheiß drauf,
wies im Zimmer ausschaut,
wenn du rausgehst kannst es
hinter dir lassen und
bleibst du drinnen dann
is auch schon wurscht.
Aber das schönste:
es ist immer wie
in einer anderen Zeitzone
einer fremden Dimension
in der man weit weg ist
von allem was man sonst
im Alltag ‚Alltag‘ nennt.
Some meditation
some writing
and tv you don’t understand
and don’t care about it
but you watch it anyway
und zwischendurch
zwischendurch in der Zone
kann man sitzen
und schreiben
denn die Zeit existiert nicht
weshalb man genügend davon hat

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Dinge im sitzen zu tun
ist wesentlich angenehmer als
Dinge im stehen zu tun
aber auch im liegen, denn
im liegen kann ich sehr schlecht
essen, zum Beispiel, denn
dann habe ich immer das Gefühl
,dass mein Brustkorb so blöde
zusammengedrückt ist und ich
kaum schlucken kann, aber
eigentlich weiß ich nicht
warum ich das hier schreibe
denn eigentlich ist mir so ziemlich
egal wie ich etwas schreibe
esse, oder sonst was
denn ficken geht halt auch
im liegen und eigentlich
liege ich dabei lieber
am Rücken und tue nichts.
hä hä hä
Schreib geht eigentlich
e auch, aber keine Ahnung
leckt mich alle am Arsch
wieso sollte ich meine Verse
denn überhaupt mit Sinnhaftigkeit
füllen wenn ich doch jeden Scheiß
da reinpacken und keiner
was dagegen tun
und auch tun kann
so kann ich das einfach in die
länge ziehen
solange ich will
🙂
😛
sogar mit seelenlosen emojis
oder wie diese Scheißdinger heißen
und wenn ich weggehe
vom PC bzw Laptop
und dieses Bild einfach offen
lasse, dann merkt keiner, dass
ich mit nichts
das Gedicht einfach so in
die Länge ziehe

Aber vielleicht morgen wieder
etwas sinnvolles
wenn ich nicht müde bin
oder nüchtern

Fernsehen

Veröffentlicht: Dezember 9, 2015 in Gedichte aus dem Hut
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Sitzend vorm Fernseher
mit Ketchup am Tisch
alles unaufgeräumt
ich sitze krank und schau
alles mehr benebelt an
kein Lust aufzuräumen
ich sehe keinen Sinn
in all dem
auch nicht im Fernsehen
dass mich berieselt
bis ich schlussendlich dumm bin
brauche ich doch eine Aufgabe
wenn ich müde vom Lesen bin
außer essen und fernsehen
doch mein seit Jahren
vorprogrammiertes Gehirn sieht
nicht sonderlich viel Spaß
in anderen Tätigkeiten
die sich hoffentlich bald
durch rege Übung ergeben werden.

Des Nachts

Veröffentlicht: August 8, 2015 in Lyrik allgemein
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„Spät ist’s“
dachte er sich
sein Bier trinkend
und die Stille in
seinem Kopf pulsieren fühlend
so wie das Summen
der Elektrogeräte in der Küche
(vermutlich der Kühlschrank)
(vermutlich …)

Stimmen draußen
in der Nacht
Autos waren nicht zu hören
während er es
trotzdem versuchte

„Wir haben auch Motten“
fiel ihm auf
diese kleinen, weißen
schmetterlingartigen Tierchen
„Gegen die muss was getan werden“
„So schnell wie möglich“
Er hasste Motten, denn
ihm war die Kleidung lieb
Löchrig waren seine Socken
ohnehin schon, aber
töten konnte er sie auch nicht

Immerhin konnte er sie ja
beobachten wie
sie da am Tisch umherkrabbelte
das kleine Vieh, dass
ihn doch auch an
Mothra erinnerte, aus
Godzilla. Irgendwie verschluckte
er sein leben lang das ‚d‘
Go[d]zilla, aber wies in dem Film
war konnte er sich nicht mehr
entsinnen. Es war schon lange her.

Es war spät
und ihm fiel
nichts mehr ein was
er tun hätte können.
Er wär gerne wieder
betrunken, aber
das ging nicht. Es
ging schon, aber nach
dem Aufstehen sollte doch etwas ernsthaftes
passieren. Wieder einmal. Wieder.

Sein Kopf war schwer.
Autos hörte er zwar jetzt
Das Summen der Geräte war auch noch
da
,aber …

Wespen

Veröffentlicht: August 4, 2015 in Lyrik allgemein
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Heute saß ich da
draußen vorm Café
und las Gedichte
und trank einen
Apfelsaft naturtrüb aufgespritzt auf einen halben Liter mit Leitungswasser
und ein großes Glas Wasser
,weil ich bei der Hitze durstig war
und es kam
eine Wespe vorbei
wollte auch von meinem Apfelsaft trinken
ich sagte ihr: „Geh doch,
du tust dir nur weh.“
Aber sie wollte nicht hören
Wahrscheinlich war auch ihr heiß
und wie sie so krabbelte
im Flaschenhals innen
immer tiefer hinein
rutschte sie ab
und fiel den Saft
sie konnte sich gerade noch so
retten und flog schleunigst weg
aber sie kam wieder
zumindest glaube ich
,dass sie es war,
und brachte Freunde mit
,oder Kollegen
,oder einfach irgendwelche
die sie traf ,oder
mit denen sie es teilen wollte
ihren Fund
und alle begannen im Flaschenhals
herumzukriechen und zu essen

ich stellte die Flasche weg
sie irritieren mich ein wenig
beim Lesen und
beim Trinken und
sie flogen wieder weg
und sie kamen wieder
immer zu dritt

Arbeiten sie zu dritt?
Waren sie befreundet?
Sagen werden sie
es mir nicht

Endlich gesiedelt
alles
in der neuen Wohnung
der ganze Scheiß den man so ansammelt
viel zu viel Scheiß
von dem man sich aber auch nicht trennen kann
,oder will
und der andere, von dem man es muss
life’s becoming tough on the shitroad named everyday
but hopefully not
die ganzen Bücher
tragen, einräumen, nochmals ausräumen, weil was nicht passt
und wieder rein damit
und dann der Rest
für den man keinen Platz mehr hat, jetzt
hier
soviel was stört
aber egal

der Fliesenleger beginnt
die Fliesen zu legen
ich sitze im Wohnzimmer voller Umzugskartons
und den Medikamenten-Leihbehältern die
auch zum Siedeln herhalten mussten
und lese Raymond Carver und frage mich
warum ich mich nie traute
mir eine Sucht anzugewöhnen
klingt ja immer irgendwie lässig
wenn man davon liest
Hemingway, Burroughs
habens ja auch irgendwie geschafft
trotzdem zu schreiben
und muss mich da mit Nüchternheit plagen

Ablenkung

Veröffentlicht: Juli 27, 2015 in Gedichte aus dem Hut
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Es juckte in den Fingern
es kribbelte im Kopf
meine Füße wippten unruhig
im kühlen Zimmer unterm Tisch

Ich wollte was brauchen
und ich wollte es jetzt
doch wusste ich nicht was

Ich wollte schaffen
etwas Großes
,oder besser:
wollte ich bereits geschafft haben
um mich daran zu erfreuen

Nur aus dem Hut
ging kaum was zaubern
außer einzelnen Ergüssen
und was erschaffen war
war Rohbau.

So saß ich da
unruhig von innen
und musste was tun
um es geschaffen haben zu werden

oder so
und nicht anders
denn ich kann nicht
nur da sitzen und
Sätze von meinem Hirn
vervollständigen lassen wie
das Programm im Smart-Phone das so tut

oder doch?

auch egal, kommt e nicht raus
was ich haben will
muss selbst kreieren
notfalls aus Leichen die
zuerst geschändet, dann doch besser
aussehen als zuvor.

Was tun…?
Zuviel Arbeit …
Muss weiter
machen …

Es regnet…
Es schüttet…
wie aus Kübeln pisst’s…
Kein Hagel, trotzdem
habe ich Angst, die Scheiben brechen
zum Glück bin ich drin
zum Glück
doch draußen will rein
wie ich das Geräusch bemerke
des Regens durch die
wieder einmal offene Balkontüre

FUCK!
Ich fluche
renne hastig die Stiegen hinauf
stolpere
und bemerke dieses abermalig
Unglück
selbst des Nachts müssen wir auf-
stehen und die Fenster schließen.

Der Himmel ist hell
strahlend weiß die Wolken
der Regen wird etwas ruhiger
vorerst
doch bereits höre ich den Donner

es bleibt abzuwarten
ob der Sturm sich wieder legt
, oder nur pausiert

Zum Glück bin ich drin…
zum Glück

Überlegung

Veröffentlicht: Juli 22, 2015 in Gedichte aus dem Hut
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Das Leben ist voller Fernsehen
Serienschaun und stuff …
… voll Ideen, die schnell
abgerufen werden können
schnell
und auch dementsprechend
schnell konsumiert werden können
Viele erdachte und
erfundene Ideen anderer
ein overload an kreativen
umgesetzten Ergüssen, verschiedener
und man selbst kommt sich so
unsagbar hinten nach vor
doch man verwechselt
,dass man selbst nur ein
einziger ist
und vergisst, dass man
sich mit vielen vergleicht

habe gehört, dass destilliertes
Wasser ungesund sein kann
man quellt anscheinend aus
– geht in Richtung Meerwasser trinken
beim möglichen Verdursten auf See
keine Ahnung warum
mir das eingefallen ist
– dürfte an der Hitze liegen
die zur Zeit herrscht

Veröffentlicht: Juli 21, 2015 in Lyrik allgemein, Ohne Titel
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Mein Leben ist gerade
voll durcheinander
so wie eine kaputte Vase, oder ein Glas
total der Scherbenhaufen
wenn ich es so betrachte
aber dann doch irgendwie einem Puzzle ähnlicher
und immer wenn ich es zusammensetzen will
um das ganze Chaos zu beseitigen
finde ich Teile die ich gar nicht kannte
und muss die dann irgendwie einbauen
und unterbringen

so schräg
so viel zu tun