Dunkelheit

Veröffentlicht: April 19, 2017 in Gedichte aus dem Hut
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burn motherfucker
burn!!
tausend Jahre
tausend Leichen
schwimmen im Ozean des Lichts
warum auch immer?
frag ich mich
warum auch immer?

Alles ist leer
alles ist dunkel
meine Gedanken kreisen
um nichts
alles ist leer
alles ist dunkel
meine Gedanken
stoppen niemals
alles ist verschwommen
nicht vor, sondern
hinter meinen Augen
alles ist
wie es ist

das einzige
was ich verändern kann
ist die Wahrnehmung
und dann?

noch mehr Verschwommenheit
noch mehr
von allem
Gehirnwichsen
alles wird schwer
Katerstimmung
alles
wird
langsam

und dann ist es aus
für einige Sekunden
ich freue mich
und merke
wieder geht alles wieder
irgendwelcher wegen
so wie immer
nur noch die Musik erinnert
an etwas das nie war
was nie hat sein können

nur ein Traum
gewachsen aus Lord Vishnus Bauchnabel
eine andere Welt
in einem anderen Universum
und dann?

meine Gedanken realisieren
das Jetzt
das Hier
die Musik
den Schmerz
und das Leben
und nichts

nichts kann mehr verändert werde

Das Leben
unendliche Weiten
nicht programmierbar
nicht

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Die Rückkehr ins Café

Veröffentlicht: März 28, 2017 in Gedichte aus dem Hut
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Im Café ist alles wie immer
Menschen
reden, rauchen
lesen, lachen
ich verstehe
nicht alles
und will auch
nicht immer
alles verschwimmt zu einem
Rauschen
wenn
ich es will vergesse
ich meine Augen
und öffne
das dritte
und tauche ein
in Gespräche
am Nachbartisch
oder einem anderen
höre ein Lachen hier
eine Erklärung da
Politik dort
eine Zeitung wird umgeblättert und
gefaltet weil zu groß

Ich will nichts sehen
bemerke Autos
Fußgänger
Zigaretten
eine Frau die mich
anstarrt
und doch nur in die Leere
welche sich in meiner
Richtung befindet

Im Café ist alles wie immer
die Tische
die Sessel
die Aschenbecher, Speisekarten, Servietten und Teekannen
Draußen scheint die Sonne
endlich regelmäßig

Ich sehe mich um
Blindstellen geht nicht auf Dauer
Ich fühle mich nicht beobachtet
in meiner Rolle als Beobachter
Zuhörer

Im Café ist alles wie immer
und bleibt es auch
vermutlich
bis zum allgemeinen
Rauchverbot oder
einem Umbau

Draußen scheint die Sonne
es ist Frühling
ich
sitze herinnen

Draußen ist es Frühling
ich
sitze herinnen und
überlege hinauszugehen um
den blauen Himmel direkt
zu sehen und nicht nur
durch Vorhang, Scheibe und Geäst
des Baumes, den ich
mit einen Armen nicht erreiche

Draußen ist der Himmel blau
ich
sollte hinaus
denn herinnen ruft das Internet
, das ich draußen nicht habe
und ich stattdessen nervös vermisse

Draußen ist nicht drinnen
wo ich einfach so
nackt auf der Couch
lesen kann und zu Internetpornographie
wechseln wenn mein Gehirn zu müde wird

Draußen scheint die Sonne
irgendwo am Himmel
von meinem Fenster sehe ich sie nicht

Draußen Scheint die Sonne
ich
glaube sie will mir Motivation tanken

Hier wirkte alles
so bedrohlich
als die Menschen
draußen die Autotüren knallten
in der Stille
des kurzfristig abwesenden Verkehrs

dann wieder Verkehr
schrecklich grollend laut

und wieder Stille

in der Dunkelheit der Nacht

tönen noch Autos
kurz nach Anbruch

Kinder spielen
so klingt es
Kinder spielten
so klang es
bevor sie langsam zu Bett gingen

wieso die
um diese Zeit noch draußen sein durften
stellte sich als Frage
in den Raum
in der Zeit
in die Zeit

auch Erwachsene sind zu hören
und immer noch Kinder

die Bedrohung verflog
augenscheinlich
vielleicht
vielleicht erst vorerst

nur nicht
der Verkehr

Die kleine Larve

Veröffentlicht: August 12, 2016 in Gedichte aus dem Hut
Schlagwörter:, , , , , , ,

Neuerdings im Bluterguss
schlief die Larve
und ernährte sich
bis sie groß werden würde
und sich von deinem
Fleisch zu ernähren beginnt
noch ist sie klein
die Larve
doch bald
ist sie groß
Blut und Eiter
machen ihr nur noch größeren Appetit
der kleinen Larve
ist einmal durchfressen
wird dein Fleisch keine Zeit mehr haben
sie regenerieren zu können
und sie macht sich über deinen
ihr ausgelieferten Körper her
und dann nimmst du sie
wenn sie groß genug ist
und setzt sie in der freien
Wildbahn aus im Park

Veröffentlicht: August 11, 2016 in Gedichte aus dem Hut
Schlagwörter:, , , , , , ,

Select
and start to write
oder so
stand am Anfang

Von allem
vielleicht
auf jeden Fall
an diesem

am Anfang
war der Anfang
vom Anfang

anfänglich
war es am Anfang
anfangs

und am Anfang
fing es auch an … … …

Meine Pflanzen

Veröffentlicht: August 10, 2016 in Gedichte aus dem Hut
Schlagwörter:, , , , , ,

Eine Pflanze
auf einem Regal
neben anderen Pflanzen.
Vorwiegend Kakteengewächse
und ein Efeu

Stehen da
schauen mich an
mit ihren Augenlos
gesichtslosen Gesichtern
einfach existierend.

Pflanzen

Rosmarin
in vermutlich falscher Erde
ist zur Hälfte verdorben
aber saftig zur Anderen
in seinem Topf

Andere Pflanzen
die lange Arme entwickeln
stehen in Gläsern mit Wasser
und warten vielleicht darauf
umgetopft zu werden

Die blaue Hortensie
ist auch
schön
in ihrem Topf
und blüt blau
neben ihren grünen Blättern

Zwei Orchideen
weil eine allein
alleine wäre
neben dem Fester

Der Baum
der Baum
der steht im Topf
schon lange und lebt

Zamioculcas zamiifolia
die Glücksfeder
die die Tür zum Eingang bewacht
auf ihrem Platz
unter dem Bild

Basilikum
der würzt das Essen salatig-frisch
die Petersilie auch irgendwie
und die Grünlilie vermehrt sich schnell und leicht

Nacht

Veröffentlicht: August 9, 2016 in Gedichte aus dem Hut
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Die Nacht ist dunkel
draußen vor dem Fenster
in den von Licht
versteckten Fenstern

Drinnen scheint Licht
über die Stellen
von denen die Dunkelheit
verdrängt wurde

Stimmen ertönen
aus dem Dunkel
von unten
von der Straße

In den Hinterhöfen
spielen Kinder
Menschen rufen
Autos fahren

Eine Glocke läutet in der Ferne
vielleicht zu einer abendlichen Messe
Das Umspannwerk arbeitet fröhlich dahin
Wenn alles leise sein sollte

Aber auch die Waschmaschine geht
verbreitet Lärm aus dem inneren
der Wohnung in einem der Häuser
in der nächtlichen Siedlung

Geräusche sterben nie
wenn einer da ist sie zu hören
und wahrscheinlich auch dann
ertönen sie noch immer – ungehört

Die Nacht bleibt dunkel
bis zu Tagesanbruch
sucht jeder eine Mütze Schlaf
um Energie zu tanken

Wenn der Tag anbricht
wird es langsam hell
Dunkelheit wird
in Lauerstellung getrieben

Wartend bis zu nächsten
Nacht
um wieder
die Oberhand zu haben

Stimmen kommen
und gehen wieder
in ihrer Abwesenheit
hört man auch

Licht im Raum

Veröffentlicht: August 5, 2016 in Lyrik allgemein
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Das Licht strahlt
hell von den Glühbirnen
über mir herunter
es erhellt
den Raum klarerweise
von oben herab
aufgrund ihrer
Positionen im Raum
Auch die drei
Bildschirme vor mir
die der Größe nach aufgereiht
vor mir sind
strahlen eine Art
Licht ab

– Computerlicht –
die Farben
der geöffneten Internetseiten
von denen die Größeren beiden
Bildschirme dieselbe zeigen
und die dritte
zufälligerweise
ähnliche Farbkombinationen besitzt

Das Deckenlicht spiegelt sich
in der Glastür der Vitrine
und auch in der Fensterscheibe
hinter dem Vorhang

Licht
ohne dich könnt ich nicht
lesen
Licht
ohne dich könnt ich nicht
gefahrlos spazieren
Licht
ohne dich könnt ich nicht
die Sachen machen die ich so mach
aber sehen schon
nur nicht sehr weit (oder viel)
denn blind wär‘ ich nicht
Licht
ohne dich könnt ich viel nicht
Licht
bist du mit Absicht?

Wenn die Bildschirme
auf Standby gehen
werden sie schwarz
und spiegeln
im richtigen Winkel
auch das Deckenlicht
und der Mittlere:
mich
Und das auch das Bild
der Haltestelle
ober mir
an der Wand im Hintergrund

Das Licht er hellt den Raum
wenn es draußen nachtet
und die Abwesenheit der Sonne
Platz macht für den Mond

i write poetry
habe ich mir vorgenommen
eine Zigarette rauchend
vor dem Laptop
immer wieder
an der Zigarette ziehend
den Rauch inhalierend
und wieder ausatmend
während die Buchstaben
Verszeile für Verszeile
auf dem Blatt erscheinen
unterbrochen durch die Enter-Taste

die Zigarette verkleinert sich
Zug für Zug
die Asche wird immer wieder
in den Aschenbecher getippt
draußen knallten Kinder mit Krachern
(hoffentlich)
(in der heutigen Zeit weiß man nie)
aber mittlerweile ist alles ruhig
auch die Zigarette
ist mittlerweile ausgeraucht
nur mehr das Geräusch
eines einparkenden Autos
und youtube im Hintergrund
jemand spielt ein Spiel
namens „NO MAN’S SKY“
anscheinend läuft es schon
seit einer Stunde
ohne das es mir aufgefallen war
man hört irgendeine Musik
ohne Gesang
Gitarrenmusik vielleicht?
wenn man hinhört
weil man nachgesehen hatte
was überhaupt im Hintergrund läuft
ein Spiel
wo man den Weltraum erkunden kann
virtuell
eine alternative Realität
wieso ich das überhaupt sehe
weiß ich nicht mehr
es hatte vermutlich einen Grund

ich schalte youtube aus
konzentriere mich nur mehr
auf die Geräuschwelt
neben dem Tippen meiner Finger
auf die Tasten des Schreibdevices

ich höre jemanden der die Galousine
herunterlässt
ich höre Kinder kreischen
wieder ein Auto
das die Stille vertreibt
der Verkehr übertönt den Rest
Stimmen
draußen
vielleicht im selben
vielleicht anderen Gebäude

männliche Stimmen, die auf einem Rad sein könnten
ich könnte aufstehen und nachsehen
den meine Augen sind die Ganze Zeit geöffnet
mit meinen Augen sehe ich
Licht im Dunkel der herannahenden Nacht
Wieder Stimmen

Stimmen hört man hier gut
sie echoen zwischen den Stahlbauten

Das gegenüberliegende Gebäude
kann man sitzend beobachten
aber in die Fenster
sieht man nicht
im richtigen Winkel um etwas genaues zu sehen
was denn dort so passiert
wenn der Fokus
nicht von den eigenen Medien abgelenkt wird

Andere zu beobachten macht Spaß
vielleicht der Beste Grund
in einer Großstadt leben zu wollen
und regelmäßig zu siedeln
damit man andere Menschen
in anderen Fenstern beobachten kann
wenn die vorigen
einem langweilig wurden
Menschen in anderen Wohnung zu beobachten
wenn sie es nicht erwarten
ist irgendwie beruhigend
wie Tiere
in Fernsehdokumentationen

Das hier ist der Mensch
er lebt in Betonkäfigen
dicht neben
ober- oder unter-
anderen Artgenossen
manchmal steht er beim Fenster
manch einer raucht
oder schaut hinaus
beutelt ein Tuch vielleicht aus
lehnt sich ans Fensterbrett und schaut
isst
schläft
kommuniziert
paart sich nicht nur zur Reproduktion

(was leider nur selten
in seiner natürlichen Form
in der Natur beobachtet werden kann)

„Der Mensch“
wer würde so eine Dokumentation gezeigt bekommen?
Aliens
Beobachtern aus dem All
während ihrer Schulzeit
im Fach „Das Universum“

Was wenn das ganze Universum
Lebewesen wäre? Wer
bin dann ich? Wo
sind dann wir? Und überhaupt
welcher Teil?
Ist sein Name Sein?
Wahrscheinlich
können wir ihm dann
irgendeinen Namen geben
denn sein Name
beruht auf seiner Existenz

Ich halte inne
überlege
mir noch eine Zigarette zu holen
kämpfe ein bißchen
mit mir selbst
gebe dann aber doch dem Drang nach
und lasse alles
so stehen
wie es in diesem Moment steht