Archiv für die Kategorie ‘Gedichte aus dem Hut’

Draußen scheint die Sonne
es ist Frühling
ich
sitze herinnen

Draußen ist es Frühling
ich
sitze herinnen und
überlege hinauszugehen um
den blauen Himmel direkt
zu sehen und nicht nur
durch Vorhang, Scheibe und Geäst
des Baumes, den ich
mit einen Armen nicht erreiche

Draußen ist der Himmel blau
ich
sollte hinaus
denn herinnen ruft das Internet
, das ich draußen nicht habe
und ich stattdessen nervös vermisse

Draußen ist nicht drinnen
wo ich einfach so
nackt auf der Couch
lesen kann und zu Internetpornographie
wechseln wenn mein Gehirn zu müde wird

Draußen scheint die Sonne
irgendwo am Himmel
von meinem Fenster sehe ich sie nicht

Draußen Scheint die Sonne
ich
glaube sie will mir Motivation tanken

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Hier wirkte alles
so bedrohlich
als die Menschen
draußen die Autotüren knallten
in der Stille
des kurzfristig abwesenden Verkehrs

dann wieder Verkehr
schrecklich grollend laut

und wieder Stille

in der Dunkelheit der Nacht

tönen noch Autos
kurz nach Anbruch

Kinder spielen
so klingt es
Kinder spielten
so klang es
bevor sie langsam zu Bett gingen

wieso die
um diese Zeit noch draußen sein durften
stellte sich als Frage
in den Raum
in der Zeit
in die Zeit

auch Erwachsene sind zu hören
und immer noch Kinder

die Bedrohung verflog
augenscheinlich
vielleicht
vielleicht erst vorerst

nur nicht
der Verkehr

Die kleine Larve

Veröffentlicht: August 12, 2016 in Gedichte aus dem Hut
Schlagwörter:, , , , , , ,

Neuerdings im Bluterguss
schlief die Larve
und ernährte sich
bis sie groß werden würde
und sich von deinem
Fleisch zu ernähren beginnt
noch ist sie klein
die Larve
doch bald
ist sie groß
Blut und Eiter
machen ihr nur noch größeren Appetit
der kleinen Larve
ist einmal durchfressen
wird dein Fleisch keine Zeit mehr haben
sie regenerieren zu können
und sie macht sich über deinen
ihr ausgelieferten Körper her
und dann nimmst du sie
wenn sie groß genug ist
und setzt sie in der freien
Wildbahn aus im Park

Veröffentlicht: August 11, 2016 in Gedichte aus dem Hut
Schlagwörter:, , , , , , ,

Select
and start to write
oder so
stand am Anfang

Von allem
vielleicht
auf jeden Fall
an diesem

am Anfang
war der Anfang
vom Anfang

anfänglich
war es am Anfang
anfangs

und am Anfang
fing es auch an … … …

Meine Pflanzen

Veröffentlicht: August 10, 2016 in Gedichte aus dem Hut
Schlagwörter:, , , , , ,

Eine Pflanze
auf einem Regal
neben anderen Pflanzen.
Vorwiegend Kakteengewächse
und ein Efeu

Stehen da
schauen mich an
mit ihren Augenlos
gesichtslosen Gesichtern
einfach existierend.

Pflanzen

Rosmarin
in vermutlich falscher Erde
ist zur Hälfte verdorben
aber saftig zur Anderen
in seinem Topf

Andere Pflanzen
die lange Arme entwickeln
stehen in Gläsern mit Wasser
und warten vielleicht darauf
umgetopft zu werden

Die blaue Hortensie
ist auch
schön
in ihrem Topf
und blüt blau
neben ihren grünen Blättern

Zwei Orchideen
weil eine allein
alleine wäre
neben dem Fester

Der Baum
der Baum
der steht im Topf
schon lange und lebt

Zamioculcas zamiifolia
die Glücksfeder
die die Tür zum Eingang bewacht
auf ihrem Platz
unter dem Bild

Basilikum
der würzt das Essen salatig-frisch
die Petersilie auch irgendwie
und die Grünlilie vermehrt sich schnell und leicht

Nacht

Veröffentlicht: August 9, 2016 in Gedichte aus dem Hut
Schlagwörter:, , , , , , , , , ,

Die Nacht ist dunkel
draußen vor dem Fenster
in den von Licht
versteckten Fenstern

Drinnen scheint Licht
über die Stellen
von denen die Dunkelheit
verdrängt wurde

Stimmen ertönen
aus dem Dunkel
von unten
von der Straße

In den Hinterhöfen
spielen Kinder
Menschen rufen
Autos fahren

Eine Glocke läutet in der Ferne
vielleicht zu einer abendlichen Messe
Das Umspannwerk arbeitet fröhlich dahin
Wenn alles leise sein sollte

Aber auch die Waschmaschine geht
verbreitet Lärm aus dem inneren
der Wohnung in einem der Häuser
in der nächtlichen Siedlung

Geräusche sterben nie
wenn einer da ist sie zu hören
und wahrscheinlich auch dann
ertönen sie noch immer – ungehört

Die Nacht bleibt dunkel
bis zu Tagesanbruch
sucht jeder eine Mütze Schlaf
um Energie zu tanken

Wenn der Tag anbricht
wird es langsam hell
Dunkelheit wird
in Lauerstellung getrieben

Wartend bis zu nächsten
Nacht
um wieder
die Oberhand zu haben

Stimmen kommen
und gehen wieder
in ihrer Abwesenheit
hört man auch

i write poetry
habe ich mir vorgenommen
eine Zigarette rauchend
vor dem Laptop
immer wieder
an der Zigarette ziehend
den Rauch inhalierend
und wieder ausatmend
während die Buchstaben
Verszeile für Verszeile
auf dem Blatt erscheinen
unterbrochen durch die Enter-Taste

die Zigarette verkleinert sich
Zug für Zug
die Asche wird immer wieder
in den Aschenbecher getippt
draußen knallten Kinder mit Krachern
(hoffentlich)
(in der heutigen Zeit weiß man nie)
aber mittlerweile ist alles ruhig
auch die Zigarette
ist mittlerweile ausgeraucht
nur mehr das Geräusch
eines einparkenden Autos
und youtube im Hintergrund
jemand spielt ein Spiel
namens „NO MAN’S SKY“
anscheinend läuft es schon
seit einer Stunde
ohne das es mir aufgefallen war
man hört irgendeine Musik
ohne Gesang
Gitarrenmusik vielleicht?
wenn man hinhört
weil man nachgesehen hatte
was überhaupt im Hintergrund läuft
ein Spiel
wo man den Weltraum erkunden kann
virtuell
eine alternative Realität
wieso ich das überhaupt sehe
weiß ich nicht mehr
es hatte vermutlich einen Grund

ich schalte youtube aus
konzentriere mich nur mehr
auf die Geräuschwelt
neben dem Tippen meiner Finger
auf die Tasten des Schreibdevices

ich höre jemanden der die Galousine
herunterlässt
ich höre Kinder kreischen
wieder ein Auto
das die Stille vertreibt
der Verkehr übertönt den Rest
Stimmen
draußen
vielleicht im selben
vielleicht anderen Gebäude

männliche Stimmen, die auf einem Rad sein könnten
ich könnte aufstehen und nachsehen
den meine Augen sind die Ganze Zeit geöffnet
mit meinen Augen sehe ich
Licht im Dunkel der herannahenden Nacht
Wieder Stimmen

Stimmen hört man hier gut
sie echoen zwischen den Stahlbauten

Das gegenüberliegende Gebäude
kann man sitzend beobachten
aber in die Fenster
sieht man nicht
im richtigen Winkel um etwas genaues zu sehen
was denn dort so passiert
wenn der Fokus
nicht von den eigenen Medien abgelenkt wird

Andere zu beobachten macht Spaß
vielleicht der Beste Grund
in einer Großstadt leben zu wollen
und regelmäßig zu siedeln
damit man andere Menschen
in anderen Fenstern beobachten kann
wenn die vorigen
einem langweilig wurden
Menschen in anderen Wohnung zu beobachten
wenn sie es nicht erwarten
ist irgendwie beruhigend
wie Tiere
in Fernsehdokumentationen

Das hier ist der Mensch
er lebt in Betonkäfigen
dicht neben
ober- oder unter-
anderen Artgenossen
manchmal steht er beim Fenster
manch einer raucht
oder schaut hinaus
beutelt ein Tuch vielleicht aus
lehnt sich ans Fensterbrett und schaut
isst
schläft
kommuniziert
paart sich nicht nur zur Reproduktion

(was leider nur selten
in seiner natürlichen Form
in der Natur beobachtet werden kann)

„Der Mensch“
wer würde so eine Dokumentation gezeigt bekommen?
Aliens
Beobachtern aus dem All
während ihrer Schulzeit
im Fach „Das Universum“

Was wenn das ganze Universum
Lebewesen wäre? Wer
bin dann ich? Wo
sind dann wir? Und überhaupt
welcher Teil?
Ist sein Name Sein?
Wahrscheinlich
können wir ihm dann
irgendeinen Namen geben
denn sein Name
beruht auf seiner Existenz

Ich halte inne
überlege
mir noch eine Zigarette zu holen
kämpfe ein bißchen
mit mir selbst
gebe dann aber doch dem Drang nach
und lasse alles
so stehen
wie es in diesem Moment steht

Astralwanderung

Veröffentlicht: Juni 5, 2016 in Gedichte aus dem Hut
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manchmal wirken Gedichte
einfach gezwungen
so wenn man zum Beispiel
über die Seele schreibt
wie sie astralwandernd
den Körper verlässt
auf der Reise nach nirgendwohin
durch die Welten
der Multiversen

Und dann schreibt man
einfach so ungefragt
einfach weiter
über nichts und
schwafelt vor sich hin
nur um etwas
überhaupt irgendwie
klingen zu lassen
wie wenn man nicht
Gitarre spielen kann
oder irgendwelche
Tasten auf einem Klavier anschlägt
und kein Lied spielt
selbst wenn es so klingt
wie ein Dudelsack
but u no
u just give a crap
und schreibst weiter

Über die Wanderung dieser
ausgewanderten Seele
in die Vergessenheit
des Körpers
hinaus
hinaus
weit weit weg
schreibst über die Länder
die sie sieht
über die Wesen
die Sterne
die verschiedenen Atmosphären
und malst Bilder
aus Versen
über Welten die du nicht kennst
egal ob irgendwer davon hören willst
solange bis
besagte Seele wieder zurückkehrt
in den Körper aus dem sie geflohen ist
und feststellt
,dass dieser bereits verwest ist
und sie sich wieder
auf die Reise machst

aber du lernst nicht
und schreibst einfach weiter
leere Worte
von einer bedeutungslosen Reise
die du nie selbst erleben kannst

Alkoholsuchtzucht

Veröffentlicht: Juni 2, 2016 in Gedichte aus dem Hut
Schlagwörter:, , , , , , ,

Jetzt endlich
darf ich ein Bier trinken
ich denke ich möchte
nicht nur trinken
sonder wirklich hart
daran arbeiten
eine handfeste
Alkoholsucht in mir zu züchten
so wirklich grausig

Ich habe ja
gehört, dass
man schon mit
zwei ganzen Bieren
täglich
also Alkoholiker zählt
ich glaube das kann
ich schaffen

Vielleicht geht es ja
auch so durchschnittlich
So am Samstag einmal
14 und dann nicht mehr
aber wenn
ich dann unter der Woche
mal eines
oder zwei
oder auch drei
mehr trinke
dann hätt ich
glaub ich
wirklich
ein problem
hm weil mehr
als zwei
wenn auch durchschnittlich
sollte man wirklich nicht

vielleicht trink ich dann
einfach mal meine 14
und rauch an mindestens
einem der anderen Tage
einen Joint
einen dicken fetten
mit bluntpapers
mindestens
dann wär ich wirklich
ein harter Junkie

(ohne mich jetzt
über wirkliche Drogenabhängige
lustig machen zu wollen
die, die so auf Substis und
tiafm unterwegs sind.
die sind wirklich arm)

Hotelzimmer

Veröffentlicht: Juni 2, 2016 in Gedichte aus dem Hut
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Das schönste im Leben:
sind Hotelzimmer
in Ländern deren Sprachen
man nicht versteht.
Man spricht: Ja (vielleicht)
(vielleicht) danke
(vielleicht) Guten Tag
oder wiederholt
was die anderen sagen
von dem man glaubt
es wäre ein Gruß
,aber ansonsten,
gibt es keine Verpflichtungen.
Scheiß drauf,
wies im Zimmer ausschaut,
wenn du rausgehst kannst es
hinter dir lassen und
bleibst du drinnen dann
is auch schon wurscht.
Aber das schönste:
es ist immer wie
in einer anderen Zeitzone
einer fremden Dimension
in der man weit weg ist
von allem was man sonst
im Alltag ‚Alltag‘ nennt.
Some meditation
some writing
and tv you don’t understand
and don’t care about it
but you watch it anyway
und zwischendurch
zwischendurch in der Zone
kann man sitzen
und schreiben
denn die Zeit existiert nicht
weshalb man genügend davon hat